Detlef Schweiger

Angefangen hat es mit der Zeichnung. Bereits während des Studiums gab Detlef Schweiger Aktkurse für Kommilitonen. Grafik und Malerei kamen hinzu, mit Objektkunst, Installation, Video- und Klang-Performance entwickelte er sich zum Crossover-Künstler. Heute bewegt er sich parallel in allen Techniken, führt Serien fort oder schafft neue Werkgruppen. Seine Arbeiten zeigen dabei eine gemeinsame Formensprache, tektonische Strukturen, die in den verschiedenen Techniken geradezu durchdekliniert werden ohne jemals trivial zu sein.

Im Atelier zu Gast bei Detlef Schweiger
Zu Gast bei Detlef Schweiger im Atelier.

Seine Radierungen sind speziell und prämiert. Sie beeindrucken vor allem aufgrund ihrer ganz besonderen Haptik. Für die Serie „odyss“ entwickelte Detlef Schweiger in der 1980er Jahren eine eigene „kalte“ Mischtechnik – alles rein mechanisch und ohne Ätzverfahren. Mit Dreikant und Beil werden die für die Kaltnadel typischen Strukturen erzeugt – nur viel tiefgreifender. Die technische Sicherheit ist im Rhythmus der Linie zu erkennen. Nichts passiert zufällig.
Im Kontrast zum hohen Grad und tiefen Furchen zeigen sich fließende Elemente, die eine ganz eigene Leichtigkeit in den Druck bringen. Hierfür wird eine Lackpaste auf das Aluminium aufgebracht, die bis zu einem Monat aushärten muss, um für den Druck stabil genug zu sein. So gelingt es Detlef Schweiger bei jedem Abzug, ein druckbares Niveau von bis zu +/- 3 mm zu erzeugen bzw. zu prägen.

Ausschnitt einer Radierplatte
Die Radierplatte – Strukturen erzeugen ein druckbares Niveau von bis zu +/- 3 mm.

Die jeweilige Bildidee manifestiert sich im Kopf des Künstlers. Skizzen und Vorzeichnungen gibt es nicht. Das Werk entsteht direkt auf der Platte oder Leinwand. Er lässt sich gerne vom Entstehungsprozess leiten, beginnt mit dem ersten Strich, der jeden weiteren bedingt und in einen organisch homogenen Zusammenhang übergeht, in dem sich Elemente ganz natürlich reihen und überlagern.

Ausschnitte aus dem Atelier von Detlef Schweiger
Atelieransichten.

Dieser homogene Zusammenhang hat seine klarste Formulierung in den Lineamenten. Eigentlich geometrische Schnittlinien, die in der Geologie tektonische Verschiebungen und Schichtungen zeigen, werden hier zu fassbaren Strukturen und einer gewissen Ordnung unterworfen, werden zur Momentaufnahme von Bewegung. Eines seiner Lineamente übersetzt Dr. Kay Busch jedes Jahr in den Holzschnitt, wobei nur die zarten Linien auf dem Druckstock stehen bleiben. Gedruckt wird auf handgeschöpften Papier.

Detlef Schweiger

lebt und arbeitet in Dresden

Detlef Schweiger im Atelier
Detlef Schweiger
Foto:Sarah Kunath

„ich bin nur der diener meiner eingebung.“

Aktuell

  • Leipziger Buchmesse
  • Halle 3 Stand E513
    Nummeriert & Signiert
  • 15. bis 18. März 2018