Andreas Toth

Das Atelier in Groß-Glienicke wirkt in Anbetracht der kleinen Formate des Künstlers weitläufig. Die größeren Arbeiten hängen in Rahmen zu 50 cm x 40 cm oder 40 cm x 30 cm an der Wand. Alles scheint seinen Platz zu haben, auch die wild über den Schreibtisch verteilten Papierschnipsel folgen einer Ordnung. Die Ruhe, die vom Künstler ausgeht, erfüllt den Raum.
Für seine Collagen nutzt Andreas Toth Papier in den unterschiedlichsten Ausführungen. Fundmaterialien, meist kleine Bögen, Reste oder sogar Schnipsel, auch Pappen, Bucheinbände und neuerdings sogar alte Jutesäcke, werden verarbeitet. Altersspuren sind erwünscht.

Im Atelier von Andreas Toth
Zu Gast bei Andreas Toth im Atelier.

Ursprünglich kommt Andreas Toth aus der Malerei. Der Ausgangspunkt für sein heutiges Schaffen liegt allerdings in seinem kurzen Exkurs zur Bildhauerei an der Hochschule. In der Auseinandersetzung mit dem dreidimensionalen Körper und dem Material Metall unter energetischen Gesichtspunkten, entwickelt der Künstler im Laufe der Zeit eine ganz eigene Fragestellung: Bis zu welchem Reduktionsgrad bleibt ein Körper als ein solcher erkennbar?

Ein neuer Entwurf an der Pinnwand neben dem Schreibtisch des Künstlers.

Die Reduktion ist nicht nur auf den Gegenstand bezogen, nach und nach geht der Künstler mit seinen Raumbetrachtungen über in die Fläche und verschreibt sich damit ganz der Konkreten Kunst. Seit 2008 findet Andreas Toth seinen Ausdruck in der Collage. Während die Kuben und Objektgruppen anfänglich eher spontan entstanden, finden sich jetzt kleine Konstruktionsskizzen und Vorzeichnungen an den Wänden. Raumsituationen werden durchgespielt und erprobt. Kleine collagierte Skizzen finden sich später in größeren Werken wieder. Die Suche nach dem Gleichgewicht steht im Fokus.

Der Schreibtisch im Atelier von Andreas Toth
Geordnetes Chaos – am Arbeitsplatz des Künstlers.

Die Werke von Andreas Toth strahlen eine absolute Ruhe aus, auch wenn sich das Motiv erst ab einer gewissen Distanz ergibt. Mitunter fehlen Flächen und Linien, die das Gehirn aus unseren Erfahrungswerten erst ergänzen muss, damit eine geometrische Form entsteht. Ist diese Form gefunden, variiert sie mitunter in der Ausrichtung, Tiefenlinien fluchten mal nach vorn und mal nach hinten.

Andreas Toth

lebt in Berlin und arbeitet in Potsdam

Andraes Toth
Andreas Toth

„Inmitten einer lauten, hektischen Umgebung und einer permanenten Überflutung der Sinne, entsteht ein starkes Bedürfnis nach Ruhe. Meine Arbeiten beruhigen mich.
Wenn ich in meinem Atelier inmitten meiner Arbeiten bin, schweigen wir zusammen. – Jeder auf seine Weise.“

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